Windows Server 2025: Speicheränderungen lassen Apps und SQL Server abstürzen
Laut Microsoft kann es unter Windows Server 2025 zu Anwendungsabstürzen kommen, weil jüngste Änderungen an der Speicherverwaltung Software betreffen, die Address Windowing Extensions verwendet.
Microsoft hat das Problem in Service Alert WI1466267 bestätigt und warnt, dass es bei betroffenen Anwendungen zu Zugriffsverletzungen, Speicherbeschädigungen und unerwarteten Beendigungen kommen kann.
Speicheränderungen in Windows Server 2025 betreffen AWE-Anwendungen
Das Problem betrifft Anwendungen, die für die Speicherverwaltung auf Address Windowing Extensions (AWE) angewiesen sind.
Microsoft gibt an, dass Windows Server 2025 das Speicherverwaltungsverhalten geändert hat, auf das sich einige Anwendungen in früheren Windows-Server-Versionen verlassen haben.
Infolgedessen kann es bei betroffener Software zu Zugriffsverletzungen, Speicherbeschädigungen und unerwarteten Beendigungen kommen.
Anwendungen, die vom älteren AWE-Verhalten abhängen, können daher nach dem Umstieg auf Windows Server 2025 instabil werden.
SQL Server kann auch abstürzen, wenn LPIM aktiviert ist
Microsoft hat bestätigt, dass das Problem SQL-Server-Systeme betreffen kann, die Lock Pages in Memory (LPIM) verwenden.
LPIM ermöglicht es SQL Server, zugewiesenen Arbeitsspeicher im physischen RAM zu halten, anstatt Windows zu erlauben, ihn auf den Datenträger auszulagern. Administratoren aktivieren dies häufig auf Datenbankservern, bei denen eine vorhersagbare Arbeitsspeicherleistung wichtig ist.
Bei betroffenen SQL-Server-Installationen kann Folgendes auftreten:
- Speicherbeschädigungsfehler
- 0xC0000005-Zugriffsverletzungen
- Fehler bei DBCC CHECKDB und anderen Datenbankwartungsvorgängen
- SQL Server-Absturzabbilder
- Unerwartetes Beenden oder Neustarten von SQL Server-Diensten
Administratoren sehen möglicherweise auch die Meldung „Using locked pages in the memory manager“ im SQL Server-Fehlerprotokoll beim Start.
Microsoft empfiehlt, LPIM als Problemumgehung zu deaktivieren
Bei SQL-Server-Systemen können Administratoren die LPIM-Richtlinie für das SQL Server-Dienstkonto vorübergehend deaktivieren. Microsoft warnt jedoch, dass dies das Speicherverwaltungsverhalten von SQL Server ändern und in einigen Umgebungen die Leistung verringern kann.
Organisationen sollten die Problemumgehung testen, bevor sie sie umfassend auf Produktionsservern anwenden.
Für andere betroffene Anwendungen empfiehlt Microsoft zu prüfen, ob Administratoren AWE deaktivieren können, bis eine dauerhafte Lösung verfügbar ist.
Eine dauerhafte Lösung für Windows Server 2025 kommt
Microsoft gibt an, an einer Lösung zu arbeiten, die über ein künftiges Windows-Update bereitgestellt wird; einen Veröffentlichungstermin hat das Unternehmen jedoch noch nicht genannt.
Das Problem reiht sich in jüngste Entwicklungen rund um Windows Server ein. Microsoft hat kürzlich davor gewarnt, dass der Mainstreamsupport für Windows Server 2022 endet, während sich auch Exchange Server SE CU1 verzögert hat.
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