Microsoft stellt ETW MCP für KI-gestützte Trace-Analyse vor
Microsoft hat ETW MCP vorgestellt, einen neuen Model Context Protocol-Server, der KI-Assistenten die Analyse von Windows-Event-Trace-Log-Dateien mithilfe von Eingabeaufforderungen in natürlicher Sprache ermöglicht.
Die Vorschauversion funktioniert mit GitHub Copilot und anderen MCP-kompatiblen Assistenten. Entwickler können Fragen zu einem ETL-Trace stellen, anstatt große Mengen an Leistungsdaten manuell zu durchsuchen.
ETW MCP soll Windows-Leistungsuntersuchungen schneller und zugänglicher machen, insbesondere für Entwickler, die wenig Erfahrung mit Event Tracing for Windows haben.
ETW MCP bietet strukturierten Zugriff auf Trace-Daten
Windows nutzt Event Tracing for Windows, um detaillierte Diagnose- und Leistungsinformationen zu sammeln. Entwickler analysieren ETL-Dateien herkömmlicherweise mit speziellen Tools wie Windows Performance Analyzer.
Große Traces können Millionen von Ereignissen enthalten, was die manuelle Analyse langsam und schwierig macht.
ETW MCP sendet keine rohen Trace-Ereignisse direkt an ein KI-Modell. Es gewährt dem Assistenten kontrollierten, schreibgeschützten Zugriff auf verarbeitete und strukturierte Ergebnisse.
Die TraceProcessor-Engine von Microsoft führt die ressourcenintensive Analyse lokal durch. Der KI-Assistent interpretiert dann die Ergebnisse und erklärt, was sie möglicherweise bedeuten.
Entwickler können unter anderem folgende Fragen stellen:
- Welche Prozesse haben die meiste CPU-Zeit verbraucht?
- Welche Threads haben die höchste Aktivität verursacht?
- Was hat sich zwischen zwei Leistungstraces geändert?
- Welche Ausführungspfade haben zu einer Verlangsamung beigetragen?
- Welche Beweise stützen eine bestimmte Schlussfolgerung?
Dieser Ansatz schränkt die Fähigkeit des Modells ein, Schlussfolgerungen zu ziehen, die nicht durch die Trace-Daten gestützt werden.
Microsoft betont evidenzbasierte Erkenntnisse
ETW MCP stützt seine Antworten auf Informationen, die aus der ausgewählten ETL-Datei extrahiert wurden, und nicht auf allgemeinen Annahmen über das Windows-Verhalten.
Entwickler können Belege für eine Erkenntnis anfordern und mit Folgefragen verdächtige Prozesse, Threads oder Ausführungspfade untersuchen. So können Teams Schlussfolgerungen validieren, bevor sie Code oder Systemkonfigurationen ändern.
Microsoft empfiehlt weiterhin, KI-generierte Erklärungen als Orientierungshilfe zu betrachten. Entwickler sollten wichtige Erkenntnisse mit den ursprünglichen Trace-Daten vergleichen, bevor sie darauf reagieren.
ETW MCP zielt auf automatisierte Leistungstests ab
Das Tool könnte Anwendungsentwicklern helfen, Engpässe zu identifizieren und Leistungseinbußen zu untersuchen. Treiber- und Hardwareentwickler könnten es auch nutzen, um die Prozessoraktivität, den Stromverbrauch und das Systemverhalten zu analysieren.
Unternehmen könnten ETW MCP in Continuous-Integration-Systeme integrieren, die Leistungstraces über verschiedene Builds hinweg sammeln und vergleichen. Da der Server keine grafische Oberfläche benötigt, kann er in terminalbasierten, geskripteten und automatisierten Umgebungen eingesetzt werden.
Teams könnten es auch für wiederholte Vergleiche zwischen Softwareversionen oder Testkonfigurationen verwenden.
ETW MCP wird WPA MCP ergänzen
Microsoft hat ETW MCP für Automatisierung, Befehlszeilen-Workflows und Umgebungen ohne grafische Oberfläche entwickelt.
Das Unternehmen entwickelt außerdem WPA MCP, das eine ähnliche KI-gestützte Analyse direkt in Windows Performance Analyzer einbringt. Microsoft beabsichtigt, dass sich die beiden Tools gegenseitig ergänzen.
Entwickler, die die visuelle Trace-Überprüfung bevorzugen, können WPA MCP verwenden, während automatisierte Systeme und Skripte auf ETW MCP zurückgreifen können.
ETW MCP-Vorschau jetzt verfügbar
Die Vorschau ist über das NuGet-Paket Microsoft.Windows.EventTracing.MCP verfügbar.
Microsoft wünscht sich Feedback zur Qualität der Eingabeaufforderungen, unterstützten Workflows, Leistung bei großen Traces und zusätzlichen Analysefunktionen. Das Unternehmen plant zudem, das Tool stärker mit dem gesamten Windows Performance Toolkit zu verknüpfen.
Die Veröffentlichung erfolgt, während Microsoft Windows und sein Copilot-Ökosystem weiter verändert. Das Unternehmen hat kürzlich erklärt, warum die Windows-11-Modernisierung so langsam voranschreitet.
Microsoft zog außerdem Copilot Domain Exclusion kurz nach dem Start zurück, während Administratoren das Unternehmen kritisierten, nachdem es OneDrive Photos ohne Genehmigung auf Unternehmens-PCs installierte.
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